Jahresthema 2026 - Einander Halt geben

Liebe Freundinnen und Freunde
Vor wenigen Tagen hat mich folgende Meldung auf «20 Minuten» berührt und nachdenklich gemacht.
«Darja Baranova öffnet kurz nach dem ersten Klingeln die Türe der Notschlafstelle Nemo in Zürich. Die Jugendlichen, die sie hier empfängt, wissen nicht, wo sie sonst schlafen sollen. Von 17 Uhr bis am nächsten Morgen um neun Uhr bietet Nemo zehn Schlafplätze und ein wenig Geborgenheit. Laut Baranova ist die Notschlafstelle täglich ausgelastet: Immer mehr Jugendliche suchen Zuflucht in der Einrichtung. Die Nachfrage ist stark gestiegen.»
Diese Meldung ist für mich ein Symptom dafür, dass viele Menschen keinen Halt mehr finden. Weder in den Familien noch in den Vereinen und manchmal auch nicht in den Kirchen. Trotzdem ist die Sehnsucht gross. Das sieht man gerade an Weihnachten. Mit unserem Jahresthema 2026 wollen wir einander Halt geben und miteinander Halt suchen. Bei einem Gott, der selber zu den Suchenden gehörte, weil er in den Augen seiner Zeitgenossen keine familiären Wurzeln hatte. Wie gross war wohl die Bedürftigkeit des Kindes, das in einer Krippe aus Heu und Stroh lag ? Und wie gross war dann später sein Bedürfnis, den Mitmenschen Geborgenheit zu geben ? Lassen wir uns davon inspirieren. Schenken wir einander Halt und Geborgenheit !
Matthias und das Team Herz Jesu
Osterkerze 2026 – „Einander Halt geben“
Wem gebe ich Halt? Wer gibt mir Halt? Für wen bin ich Halt? Es sind oft die alltäglichen Dinge, die wir gar nicht bemerken – wie ein Lächeln, sich Zeit nehmen für ein Gespräch, einen Anruf, um zu erfahren, wie es dem/der anderen geht, einen Brief oder eine kleine Aufmerksamkeit – all das kann dem/der anderen Halt geben.
Unsere Osterkerze hat dieses Jahr mehrere Elemente vereint. Der Mann in der Mitte breitet die Arme aus. Er wirkt wie ein Kreuz – mit einer Taube auf der Hand und einem Hund zu seinen Füssen. Es könnte Franziskus sein, dessen 800-Jahr Jubiläum wir dieses Jahr feiern.
Es könnte aber auch jede und jeden von uns darstellen. Gehalten und gestützt von anderen. Verwurzelt im Leben und im Glauben. Gemeinsam können wir uns gegenseitig Halt geben und Wurzeln schlagen. Das Gefühl, im Leben verwurzelt zu sein, ermöglicht es uns auch, Krisen zu meistern.
Man kennt den Ausspruch «Kindern Wurzeln geben», wobei die Wurzeln für die Verwurzelung und Stabilität stehen, um sich später frei entfalten zu können.
Mit offenen Armen dem Leben entgegen, verwurzelt in der Erde, getragen von denen, die an unserer Seite stehen. Gott schenkt uns Freiheit und Vertrauen. Jesus ist unser Halt und unser Licht. Frei wie die Taube, treu im Vertrauen wie ein Hund.
Das sind alles schöne Vorstellungen in der heutigen Zeit, die oft gar nicht so friedlich ist und in der vielen Menschen die Stabilität und der Halt fehlt. Aber genau deshalb ist es so wichtig, unsere Träume für eine friedliche Welt, in der dies alles möglich sein kann, nicht aufzugeben.
Und wenn wir nicht daran glauben und daran mitwirken – wer dann?
Christiane